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16.08.2017 10:40

Beijing nimmt Verlust der Yuan-Leitrolle in Kauf

BEIJING (Dow Jones)--China hat die Yuan-Pessimisten fürs Erste eines Besseren belehrt. Doch dafür muss das Land einen ziemlich hohen Preis zahlen: Die heimische Währung verliert kräftig an Geltung gegenüber der US-Leitwährung.

Nach den stürmischen Jahren 2015 und 2016, in denen Chinas Währungsreserven wegen einer ausgeprägten Kapitalflucht um ein Viertel schrumpften, haben sich die Fluttore mittlerweile wieder geschlossen. Im Juli erhöhten sich die Währungsreserven um 24 Mrd USD, was bereits den 6. Monat in Folge mit Nettozuwachs markierte. Teilweise ist das lediglich der Dollarschwäche geschuldet. Aber die realen Kapitalabflüsse ließen ebenfalls nach. Dieses Jahr wertete der Yuan um rund 3% zum Dollar auf und Chinas Netto-Devisenverkäufe haben sich auf ein Rinnsal reduziert.

Dabei spielten auch die anziehende Konjunktur und die zulegenden Exporte eine Rolle. Doch der entscheidende Punkt waren wohl die seit Ende 2016 bestehenden rigorosen Kapitalverkehrskontrollen. Dieses Durchgreifen hält weiter an, wie sich an den Aktionen gegen die einkaufshungrigen, sich in Richtung Ausland orientierenden Privatkonzerne ablesen lässt. Die Kosten sind jedoch immens.

Der Yuan, der noch 2015 dem japanischen Yen als viertbeliebtester Währung für globale Zahlungen den Rang ablief, liegt inzwischen wieder abgeschlagen auf Platz 6, wie sich aus Zahlen des Transaktionsdienstleisters Swift ergibt. Sogar der kanadische Dollar überflügelt mittlerweile die Währung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Weniger als 2% der internationalen Zahlungen werden noch in Yuan getätigt.

Darüber hinaus gibt es neben den drakonischen Kontrollen noch andere Gründe für Skepsis gegenüber dem aktuellen Höhenflug. Einen Großteil des Frühjahrs und Sommers über ergaben sich im Inlandsdevisenhandel stets schwächere Yuan-Notierungen zum Dollar als beim Fixing der Zentralbank. Das unterstreicht die Vorsicht der Inlandsinvestoren mit Blick auf die eigene Währung. Sollte die US-Notenbank die Zinssätze 2018 stärker als erwartet anheben - etwa wegen des fulminanten US-Stellenaufbaus - könnten sich die Befürchtungen als gerechtfertigt erweisen. Angesichts der äußerst schmerzvollen Marktturbulenzen 2015 und 2016 dürfte Chinas Machthabern kaum etwas anderes übrigbleiben, als die Zugbrücke hochzuziehen. Dow Jones

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