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23.08.2017 10:40

Beijing mischt kräftig in der Geschäftswelt mit

BEIJING (Dow Jones)--Jeder nach seinen Fähigkeiten und jedem nach seinen Bedürfnissen. Im kommunistischen China hat der Kapitalismus immer noch einen ganz eigenen sozialistischen Einschlag. So sammelt China Unicom - zweitgrößter Telekomkonzern des Landes - rund 12 Mrd USD von Investoren ein, darunter den größten Privatfirmen Chinas. Beijing verfolgt damit das Ziel, seine Staatsbetriebe wettbewerbsfähiger zu machen.

Gemäß den Plänen werden die größten Internetfirmen des Reichs der Mitte - Alibaba, Tencent, Baidu und JD.com - insgesamt 4,1 Mrd USD in die Gruppe stecken und dafür zusammen eine Beteiligung von 13,1% erhalten. Andere Investoren - etwa die staatseigene China Life Insurance - greifen bei einem Anteil von 22% zu. Mit den Geldern will China Unicom seine 4G-Netzwerke ausbauen und sich für die nächsten Netzgenerationen rüsten.

Das Zentralkomittee erhofft sich von der Kapitalmaßnahme eine bessere Konzernführung und ein marktorientierteres Anreizsystem. Seit Langem schon hinkt China Unicom der ebenfalls staatlichen China Mobile hinterher. Alles in allem wird Beijing trotz der Anteilsverkäufe das Unternehmen weiter fest im Griff haben. Selbst nach den aktuellen Finanzgeschäften hält die Regierung weiterhin 53% der in Hongkong notierenden Unicom-Sparte, die die operativen Aktivitäten beherrscht.

Am Ende dürften bei dem Konzern kaum die Märkte das Sagen haben. Erst im März, als die Regierung niedrigere Gebühren für Kleinunternehmen und internationale Gespräche durchdrückte, waren die Netzbetreiber nur zu deutlich. Die Gewinne werden leiden, aber wir stehen unter der Fuchtel des Zentralkomittees.

Und in der Tat sieht es auch diesmal so aus, dass die Internetriesen für Investitionen in schnellere Netzwerke zur Kasse gebeten werden, von denen sie aber immens profitiert hatten. So kletterte im gerade abgelaufenen Quartal Tencents Umsatz um besser als erwartete 59%. Mehr Menschen hatten die Online-Spiele des Konzerns und den Messaging-Dienst Wechat genutzt. Da sehen die 1,6 Mrd USD, die der Konzern für das Unicom-Investment berappen muss, nicht exorbitant hoch aus. Es hat nich den Anschein, dass die Staatsbetriebe durch Privatkapital generell effizienter und profitabler würden. Vielmehr dürften sie dadurch einfach ihre Schatullen auffüllen. Dow Jones

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