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20.09.2017 09:55

Beijing stützt den Immobilien-Sektor durch die Hintertür

SHANGHAI (Dow Jones)--Der Anstieg der Immobilienpreise in China hat sich im August auf der gesamten Breite abgeschwächt. Das geht aus den veröffentlichten Daten hervor. Eigentlich wäre das ein guter Grund, aus Wetten auf das chinesische Wachstum auszusteigen.

Ein ähnlicher Kollaps der chinesischen Nachfrage nach Rohstoffen, wie es ihn 2015 gab, ist jedoch nach wie vor unwahrscheinlich. Der Grund heißt "Slum Clearance", also die Beseitigung von heruntergekommenen Wohnbezirken. Lokalregierungen kaufen direkt große Mengen Wohnraum auf, den Entwickler nicht loswurden, und siedeln dorthin Bürger um, und zwar aus den von ihnen so bezeichneten Slums - alten, manchmal abbruchreifen Wohngegenden.

Das erklärt zum Teil, warum der Rückgang der unverkauften Wohnungsbestände im August mit 22% im Vergleich zum Vorjahr so steil ausfiel. Das hat den Markt trotz der höheren Restriktionen beim Hauskauf gestützt, insbesondere in den kleineren Städten.

Das Ankaufprogramm ist groß, es trug im vergangenen Jahr 18% zu den gesamten Wohnungsverkäufen bei, wie Analystin Rosealea Yao von Gavekal Dragonomics festgestellt hat. Es wird teilweise von staatlichen Banken wie der China Development Bank finanziert. Das passt zu Beijings Strategie, einer Schuldenkrise entgegenzuwirken, indem überforderten Immobilien- und Industrieunternehmen geholfen wird, Schulden und faule Assets auf die Regierung zu übertragen.

Die China Development Bank hat im vergangenen Jahr Kredite von knapp 1 Bill Yuan (rund 130 Mrd EUR) für die Sanierung von Slums vergeben. Mehr als die Hälfte davon wurde für den Kauf bestehender Häuser ausgegeben.

Das Ergebnis ist, dass die Immobilieninvestitionen sich dieses Jahr recht gut gehalten haben und dass die Bestände weiter sinken: Der Bestand an vakanter Wohnfläche sank um August um weitere 10 Mio qm, obwohl die "traditionellen" Verkäufe seit Monaten eher mau sind.

Das alles heißt nicht, dass der Markt sich nicht abschwächt: Hauspreise und Investitionen steigen seit Monaten nur mit verlangsamtem Tempo, was bereits die Metallpreise und die Aktien der Bergbaukonzerne belastet. Die Aktien von Unternehmen wie Rio Tinto und BHP haben beide über die vergangenen drei Handelstage jeweils rund 5% eingebüßt.

Aber die Gefahr eines Rohstoffpreisverfalls ist niedrig. Auf der Angebotsseite sind die Investitionen in neue Kupfer- und Eisenerzminen immer noch relativ niedrig. Die Anleger sollten sich auf eine Korrektur einstellen, nicht einen Kollaps. Dow Jones

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