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11.10.2017 10:35

Samsung profitiert vom iPhone X

NEW YORK (Dow Jones)--Die Smartphone-Hersteller Apple und Samsung Electronics sind Erzrivalen. Doch wenn nächsten Monat das iPhone X auf den Markt kommt, werden beide auf einen Erfolg hoffen. Zwar will jedes Unternehmen seine eigenen Geräte an den Mann bringen. Samsung stellt jedoch auch Komponenten wie Displays und Speicherchips für das neue iPhone her und könnte Milliarden verdienen, wenn das Gerät zum Verkaufsschlager wird.

Eine Analyse von Counterpoint Technology Market Research für das Wall Street Journal zeigt, dass Samsung in den 20 Monaten nach der Markteinführung am 3. November rund 4 Mrd USD mehr mit Komponenten für das iPhone umsetzen dürfte als mit Komponenten für das eigene Galaxy S8. In dieser Phase setzen Anbieter typischerweise die größte Summe mit neuen Modellen um. Counterpoint geht davon aus, dass Apple das iPhone X rund 130 Mio Mal verkauft. Von jedem Gerät bleiben bei Samsung 110 USD hängen. Das Galaxy S8 dürfte sich rund 50 Mio Mal verkaufen. Allein der Anteil der Komponenten beträgt bei Samsung pro Einheit 202 USD, schätzt Counterpoint. Dabei sind Bauteile von Samsung Electronics sowie von zwei Tochterfirmen eingerechnet.

"Das sind zwei der größten Konzerne auf dem Planeten, und sie sind gleichzeitig eng verbunden sowie direkte Wettbewerber", sagt David Yoffie, Professor an der Harvard Business School. Ihre Beziehung bezeichnete er als einzigartig. S&P Global Market Intelligence erwartet, dass Apple und Samsung in diesem Jahr die profitabelsten Unternehmen der Welt sind - wenn man chinesische Banken ausschließt. Bei diesem Erfolg sind sie jedoch voneinander abhängig. Apple braucht Komponenten von Samsung, um iPhones herzustellen. Diese machten zwei Drittel der Umsätze des US-Konzerns im vergangenen Geschäftsjahr aus, berichtet CLSA. Samsung benötigt hingegen die Bestellungen von Apple: Das Komponentengeschäft brachte im letzten Jahr 35% der Umsätze des südkoreanischen Unternehmens ein.

Es kommt durchaus vor, dass Wettbewerber voneinander abhängig sind. LG Electronics zum Beispiel stellte eigene Haushaltsgeräte her und kooperierte gleichzeitig mit General Electric. Royal Dutch Shell und Exxon Mobil konkurrieren in einigen Ländern um Bohrlizenzen und arbeiten in anderen zusammen. Die komplexe Beziehung zwischen Apple und Samsung ist jedoch einzigartig. Ihre Verflechtung begann vor über einem Jahrzehnt. Lee Jae-yong, der Enkel des Samsung-Gründers, verhandelte persönlich mit Steve Jobs über den Auftrag für Flash-Speicherkarten, die in iPods zum Einsatz kommen würden, sagen mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Beziehung wurde intensiver, nachdem Apple ins Smartphone-Geschäft eingestiegen war. Die riesige Nachfrage nach Komponenten (das Unternehmen verkauft jährlich 200 Mio iPhones) sorgt dafür, dass nur wenige Zulieferer einem Kunden wie Apple gewachsen sind. Samsung ist sogar der einzige bedeutende Hersteller von OLED-Displays, wie sie jetzt im iPhone X genutzt werden.

2011 kam es jedoch zur "Beziehungskrise", als Apple Samsung wegen vermeintlicher Patentverletzungen verklagte. Das Galaxy S habe das Design des iPhones kopiert. Die Koreaner schlug mit eigenen Anschuldigungen zurück. Steve Jobs nannte die Situation einen "thermonuklearen" Rechtskrieg. Sechs Jahre später sind die juristischen Streitigkeiten in den USA immer noch nicht abgeschlossen. Ein Bundesberufungsgericht soll in diesem Monat entscheiden, ob ein neues Verfahren mit einer Jury nötig ist. Es geht darum, ob eine Strafzahlung von 400 Mio USD an Apple wegen Patentverletzungen gerechtfertigt war.

Apple hat indes andere Firmen ermutigt, eine eigene OLED-Produktion aufzubauen, sagen mit der Angelegenheit vertraute Personen - darunter Sharp und Japan Display. Der Konzern unterstützt Bain Capital auch bei dem Versuch, die Speicherchip-Sparte von Toshiba zu übernehmen. Vorerst dreht sich jedoch alles um Apple und Samsung. Die beiden saugen fast 95% der Gewinne der Smartphone-Branche auf, berichtet Strategy Analytics. Diese können sie für Forschung und Entwicklung sowie für Marketing ausgeben, wodurch sie wiederum einen Vorsprung gegenüber kleineren Wettbewerbern gewinnen. Apple ist außerdem groß genug, um Komponenten aufzukaufen. Andere Firmen kommen dadurch oft nicht an die Teile, die sie brauchen. "Sich den Feind ins Bett zu holen, könnte besser für sie sein, als einander zu hassen", sagt CW Chung, Analyst bei Nomura. Dow Jones

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