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30.05.2018 10:40

Chinesischer Großaktionär übernimmt Grammer

AMBERG (Dow Jones)--Der Grammer-Großaktionär Ningbo Jifeng wird den Autozulieferer übernehmen. Wie Grammer mitteilte, will der chinesische Konzern 61,25 Euro je Aktie zahlen, womit das Amberger Unternehmen mit rund 770 Mio Euro bewertet wird. Ningbo Jifeng hält über seine Gesellschaft JAP Capital Holding bereits 25% an Grammer. Zuvor hatte Grammer bereits Verhandlungen mit den Chinesen bestätigt.

Die Anteilseigner sollen 60 Euro in bar bekommen und überdies die voraussichtliche Dividende in Höhe von 1,25 Euro je Aktie für 2017. Die Mindesannahmeschwelle für das Gebot wird bei 50% plus eine Aktie liegen, inklusive der bereits gehaltenen Anteile.

Mit der Übernahme und einer Investorenvereinbarung soll die seit 2017 bestehende strategische Partnerschaft mit Ningbo Jifeng vertieft und die Aktionärsstruktur stabilisiert werden, so Grammer. Außerdem wollen die beiden Unternehmen ihre globale Präsenz optimieren.

Die Vereinbarung sieht den Erhalt des Hauptsitzes, der nationalen und internationalen Standorte vor. Außerdem soll es "umfangreiche Zusagen" für alle Grammer-Beschäftigten geben. Die einzelnen Zusagen der Vereinbarung haben Laufzeiten von bis zu 7,5 Jahren. Zudem hätten sich die Chinesen verpflichtet, keine strukturellen Maßnahmen wie Aufspaltung, Beherrschungsvertrag, Delisting, Squeeze-out oder ähnliche Maßnahmen vorzunehmen, es sei denn Vorstand und Aufsichtsrat unterstützen aktiv eine solche Maßnahme. Marke, Patente und andere Rechte von Grammer seien ebenfalls geschützt.

Der Vorstand von Grammer unterstützt das freiwillige Übernahmeangebot. Nach Veröffentlichung der Angebotsunterlage wird er gemeinsam mit dem Aufsichtsrat eine ausführlich begründete Stellungnahme vorlegen.

Grammer hatte sich Anfang 2017 mit Ningbo Jifeng gegen eine mögliche Übernahme durch die bosnische Familie Hastor verbündet. Auf der Hauptversammlung vergangenes Jahr hatte die Investorenfamilie dann eine Niederlage erlitten, auch dank des chinesischen Großaktionärs, der den Kurs des Managements von Grammer unterstützte. Die Hastors halten rund 19% an Grammer.

Dem Handelsblatt sagte Ningbo-Jifen-Juniorchef Jimin Wang, er hoffe, dass Hastor die Gelegenheit zum Ausstieg nutzt. "Wir würden es begrüßen, wenn die Familie Hastor es annimmt. Für sie wäre es eine Gelegenheit, das eingesetzte Kapital in etwa zu verdoppeln", sagte er. Er betonte, die Finanzierung des Deals sei gesichert. Er verstehe die Skepsis in Deutschland gegenüber Übernahmen durch chinesische Firmen, so der Manager. "Unser Fall unterscheidet sich aber von anderen." Der Autozulieferer Ningbo Jifeng sei ein Familienunternehmen, das von seinem Vater gegründet worden sei. "Der chinesische Staat hat keinen Einfluss." Die Arbeitsplätze würden für mehrere Jahre garantiert. Zudem gelte: "Grammer bleibt eine deutsche Firma." Dow Jones

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