Trends - Analysen - Strategien aus China, Hong Kong, Indien, Indonesien, Japan, Korea, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Taiwan, Thailand, Vietnam

Aktuell ASIA

Startseite » Chinesische Tech-Giganten springen heimischer Chipindustrie bei

06.06.2018 09:55

Chinesische Tech-Giganten springen heimischer Chipindustrie bei

SHANGHAI (Dow Jones)--Die Nahtoderfahrung des chinesischen Telekommunikationsausrüsters ZTE war ein "Hallo-Wach"-Moment für China. Das meint Pony Ma, Chairman des wertvollsten Unternehmens des Landes, Tencent. Für Ma und andere hebt die Episode die Notwendigkeit für China hervor, seine eigene Halbleiterindustrie zu stärken. Die Anleger können nun damit rechnen, dass Unternehmen wie Tencent und Alibaba in die Bresche springen.

Ob ZTE überlebt oder nicht, die Vorgänge haben den Chinesen ihre Verwundbarkeit vor Augen geführt. Das Land ist einer der größten Nachfrager von Halbleitern, produziert aber von diesen Chips nur etwa 10%. ZTE ist fast kollabiert, nachdem die US-Regierung amerikanischen Firmen verboten hatte, ZTE mit Chips zu beliefern, die der Konzern für seine Fertigung benötigt.

Beijing drängt bereits auf mehr Chips aus China und dürfte jetzt mehr Geld in die Hand nehmen. Es wird erwartet, dass die Regierung einen 50 Mrd US-Dollar schweren Fonds ankündigt, um die Entwicklung der Halbleiterindustrie voranzutreiben. Ein ähnlicher Fonds war 2014 in Höhe von 21,4 Mrd Dollar aufgelegt worden, hauptsächlich finanziert von staatlichen Unternehmen.

Aber auch mit all diesen Milliarden wird es schwierig werden für China, zu den Halbleiter-Giganten aus den USA, Japan und Südkorea aufzuschließen. Samsung beispielsweise hat allein im vergangenen Jahr 26 Mrd Dollar in Halbleiter investiert. Die Marktführer arbeiten sehr effizient, weshalb es für China schwierig werden dürfte, sie auf dem Feld der Kosten zu schlagen. Nun kommen die erfolgreichen chinesischen Internet-Giganten ins Spiel, die große Barbestände zur Verfügung haben.

Alibaba, Tencent und Baidu haben zusammen 141 Mio in das 4,2 Mrd Dollar schwere Shanghai-IPO von Foxconn Industrial Internet gesteckt, eine Abspaltung des taiwanischen Apple-Zulieferers Foxconn. Das war Teil eines für Investitionen vorgesehenen Pakets im Volumen von 1,3 Mrd Dollar.

Das Geld wird das Unternehmen dabei unterstützen, die nächste Generation von Drahtlos-Equipment, Datenzentren und Robotertechnik - und potenziell die dafür erforderlichen Chips - zu entwickeln.

Investoren können weitere solcher Nachrichten erwarten. Alibaba hat im Mai C-Sky gekauft, einen Chiphersteller mit Sitz in Hangzhou, nachdem ZTE Probleme bekommen hatte.

Chinesische Technologie-Giganten könnten außerdem ihre extrem hohen Nutzerzahlen dazu verwenden, die Nachfrage nach in dem Land hergestellten Chips anzukurbeln. Marken-Smartphones aus China könnten beispielsweise auf chinesische Chips setzen, sobald diese marktreif sind. Ma von Tencent hat vorgeschlagen, eine Software zu entwickeln, die mit in China produzierten Chips und heimischen Betriebssystemen in Zukunft kompatibel sein wird. Wenn die Pflicht ruft, sieht es so aus, als stünden die chinesischen Technologiekonzerne bereit. Dow Jones

www.maerkte-weltweit.de

Aktuelles Heft

Die Oktoberausgabe mit China-Schwerpunkt
Titelbild der aktuellen Ausgabe von aktuellAsia

Außenwirtschaftsgesetz
Freie Investitions-bedingungen gefordert

E-Mobilität
Kfz-Markt im Umbruch

Logistik
Alumni-Netzwerk

Recht & Steuern
Das neue private Einkommensteuergesetz


Mediadaten

Werben Sie mit Asia Bridge!

Successfully advertising with Asia Bridge!

Partner