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06.06.2018 10:00

Facebook bestätigt Datenaustausch mit chinesischen Technologieunternehmen

NEW YORK (Dow Jones)--Facebook ist Datenpartnerschaften mit mindestens vier chinesischen Elektronikfirmen eingegangen. Darunter ist auch Huawei, ein Unternehmen, das US-Politiker als ein mögliches Werkzeug für staatlich geförderte Spionage ansehen.

Die vier Partnerschaften gehören zu den rund 60, die Facebook seit 2007 mit Herstellern von Elektronikgeräten eingegangen ist, damit diese Facebook auf ihren Geräten einrichten konnten, sagte eine Facebook-Sprecherin. Mittlerweile seien mehr als die Hälfte dieser Partnerschaften beendet worden, fügte die Sprecherin hinzu.

Das soziale Netzwerk plant, die Kooperation mit Huawei bis Ende der Woche zu beenden. Es ist nicht klar, wann Facebook die Partnerschaften mit den drei anderen Unternehmen aufkündigen wird. Diese sind: Lenovo, der weltweit größte Hersteller von Personalcomputern, der Smartphone-Hersteller Oppo Electronics und der chinesische Elektronikkonzern TCL.

Facebook-Manager verteidigten die Entscheidung, mit Huawei zu arbeiten. Es seien keine Daten von Facebook-Nutzern auf Huawei-Servern gespeichert worden. Facebook ließ einen Manager und einen Ingenieur die Anwendungen im Vorfeld überprüfen, damit sichergestellt werde, dass die Daten nicht auf Unternehmensservern gespeichert wurden, sagte die Facebook-Sprecherin.

"Huawei ist der drittgrößte Mobilfunkhersteller weltweit, dessen Geräte werden von Menschen auf der ganzen Welt genutzt, auch in den Vereinigten Staaten", sagte Francisco Varela, bei Facebook Vice President für Mobile Partnerships. "Facebook und viele andere amerikanische Technologieunternehmen haben mit ihnen und anderen chinesischen Herstellern zusammengearbeitet, um ihre Dienste in deren Telefone zu integrieren."

Zuvor hatte die New York Times über Facebooks Kooperationen mit Unternehmen wie Apple, Amazon.com und Microsoft berichtet. Danach sagten mehrere US-Politiker, dass sie sich von CEO Mark Zuckerberg getäuscht fühlten, der kürzlich bei einer Anhörung sagte, dass Facebook den Datenzugang für Dritte 2015 eingeschränkt habe.

Laut Varela wurde Facebooks Zusammenführung mit den Geräten von Huawei, Lenovo, OPPO und TCL von Anfang an kontrolliert und jeweils genehmigt. Angesichts des Interesses durch den US-Kongress habe Facebook sicherstellen wollen, dass Daten auf dem Gerät gespeichert sind, und nicht auf Huawei-Servern.

Facebook verarbeitet aktuell die Folgen des Skandals um Cambridge Analytica, einem Forschungsunternehmen, das im Zusammenhang mit den US-Präsidentschaftswahlen unerlaubterweise an die persönlichen Daten von 87 Mio Facebook-Nutzern gelangt ist.

Die Krise löste Fragen aus, inwieweit Facebook sein eigenes soziales Netzwerk noch unter Kontrolle hat. Darüber hinaus initiierte sie eine Untersuchung durch die US-Federal Trade Commission und zwei Anhörungen von Zuckerberg im US-Kongress im vergangenen Monat. Facebook argumentiert, dass sich die Daten, die bei den Gerätepartnerschaften weitergegeben werden, von den Daten unterscheiden, die Dritte wie Akademiker und mobile Apps bekommen. Facebook hat jede Gerätepartnerschaft individuell verhandelt.

Nichtsdestotrotz haben US-Politiker Bedenken zur Kooperation von Facebook und Huawei geäußert, nachdem der US-Kongress bereits 2012 in einem Bericht warnte, dass Huawei möglicherweise instrumentalisiert werden könnte, das US-Telekommunikationsnetz auszuspionieren oder zu schädigen. Huawei stellt Telekommunikationsgeräte und Smartphones her.

"Die Nachricht, dass Facebook chinesischen Geräteherstellern wie Huawei und TCL privilegierten Zugriff auf die API von Facebook gewährt hat, wirft berechtigte Bedenken auf, und ich freue mich darauf, mehr darüber zu erfahren, wie Facebook sichergestellt hat, dass Informationen über ihre Benutzer nicht an chinesische Server gesendet wurden", sagte Senator Mark Warner. API oder "application programming interface" bezieht sich auf die Programmierschnittstelle der Website beziehungsweise die Tools zur Softwareentwicklung.

Es ist nicht klar, warum Facebook trotz der Bedenken der US-Regierung weiterhin eine Beziehung zu Huawei unterhält. Auf Nachfrage sagte die Facebook-Sprecherin, das Unternehmen sehe oder vermute keinen Missbrauch von Facebook-Nutzerdaten. Dow Jones

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