Trends - Analysen - Strategien aus China, Hong Kong, Indien, Indonesien, Japan, Korea, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Taiwan, Thailand, Vietnam

Aktuell ASIA

Startseite » Softbank entdeckt die Vorteile des Verkaufens

15.08.2018 09:50

Softbank entdeckt die Vorteile des Verkaufens

TOKIO (Dow Jones)--Die japanische Holding Softbank hat vergangenes Jahr so ziemlich alles gekauft, was an Technologieunternehmen auf dem Markt war. Manchmal kann es jedoch auch gut sein, sich von Teilen seiner Sammlung zu trennen.

Das Technologie-Konglomerat hat seinen operativen Gewinn im jüngsten Quartal um fast die Hälfte gesteigert. Das gelang teils durch den Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung am China-Geschäft des britischen Chipdesigners Arm Holding, der einen Sondergewinn von 1,5 Mrd US-Dollar einbrachte. Der Softbank-Fonds Vision machte zudem 1,5 Mrd Dollar Gewinn mit dem Verkauf der indischen Internet-Handelsplattform Flipkart an Walmart. Die Japaner hatten die Beteiligung erst vergangenes Jahr erworben und machten mit dem Wiederverkauf nun 60% Gewinn.

Es sind vor allem die Investments von Softbank in dem konzerneigenen und 92 Mrd Dollar schweren Fonds Vision, aber auch im - mit 6 Mrd Dollar - kleineren Fonds Delta, die das Ergebnis der Technologie-Holding treiben. Sie trugen allein 40% zum operativen Gewinn von Softbank bei, wenn der Verkauf des China-Geschäfts herausgerechnet wird.

Softbank-Gründer Masayoshi Son beteuert zwar immer, dass seine Fonds keine bloßen Investments sind, sondern langfristig mit erfolgversprechenden Unternehmen und Technologien wachsen sollen. Dass sich diese zum richtigen Zeitpunkt von Beteiligungen trennen können, ist aber auch nicht schlecht.

Die Aktien des Unternehmens haben lange Zeit unter dem Wert der einzelnen Konzernteile und Beteiligungen notiert. Das lag auch mit daran, dass eine rationale Strategie beim Vision-Fonds nicht klar erkennbar war, außer viel Geld in teure Start-ups zu pumpen, die vielleicht nur dadurch noch teurer wurden.

Kurzfristig könnte Softbank seine Aktionäre damit glücklich machen, dass der Technologiekonzern seine japanische Telekomsparte an die Börse bringt. Das dürfte einen Erlös von fast 20 Mrd Dollar bringen und wäre der größte IPO in Japan jemals, glauben Analysten. Softbank käme ein solcher Schritt sehr gelegen, würde doch der Schuldenberg deutlich kleiner werden.

Das Unternehmen könnte sich bei neuen Investoren beliebt machen, wenn der Konzern lernt, wie man richtig verkauft - und richtig kauft. Dow Jones

www.maerkte-weltweit.de

Aktuelles Heft

Titelbild der aktuellen Ausgabe von aktuellAsia

Asien
Mehr Internationalität in deutschen Vorständen
Indien
Schutzzölle gefährden den Solarboom
Recht & Steuern
Exit-Strategien im indischen Joint Venture
China
Kooperationspotenzial in der Landwirtschaft


Mediadaten

Werben Sie mit Asia Bridge!

Successfully advertising with Asia Bridge!

Partner