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06.03.2019 09:50

Keine klare Linie in Beijing - der Aufschwung gerät in Gefahr

Eine Analyse von Nathaniel Taplin

BEIJING (Dow Jones)--Chinas Barometer für Fabrikauslastungen ist im Februar auf den niedrigsten Stand seit Anfang 2016 abgefallen. Jetzt steht die Messlatte nur noch bei 49,2 Punkten, was den dritten Rückgang in Folge bedeutet. Das klingt alarmierend, aber es zeichnen sich ökonomische Silberstreifen am Horizont ab. Unglücklicherweise ziehen die Machthaber in Beijing mit Blick auf die nächsten Schritte nicht unbedingt an einem Strang.

Zunächst einmal die guten Nachrichten: Erstmals seit Mai legten die Neuaufträge wieder zu. Große Staatsbetriebe profitieren langsam von einem Konjunkturprogramm und Infrastrukturinvestitionen Beijings. Die Staatsbetriebe erholen sich damit in kleinen Schritten. Der Einkaufsmanagerindex für kleine, exportorientierte Privatfirmen, die besonders stark für Beschäftigung und Einkommenswachstum sorgen, sieht weitaus düsterer aus. Doch es mehren sich auch hier Hoffnungsschimmer, insbesondere bei der Finanzierung. Chinas Schattenbankensektor, von dem die klammen Privatfirmen im Reich der Mitte so stark abhängen, wuchs im Januar um beeindruckende 343 Mrd Yuan (knapp 45 Mrd Euro). Das markiert den ersten Zuwachs seit rund einem Jahr.

Die Politik, die noch immer unter Druck steht, energisch gegen Finanzrisiken anzukämpfen, ist derweil tief gespalten über die Lockerung der Finanzierungskonditionen. Kurzfrist-Finanzierungen - diese sind oft die einzige Form von Kredit, den die risiko-aversen Staatsbanken den Privatfirmen einzuräumen bereit sind - machten eine Großteil der Rekordvergabe im Januar aus. Die Daten lösten bereits einen seltenen öffentlichen Schlagabtausch zwischen Premier Li Keqiang und der Zentralbank aus. Li wettert gegen den heftigen Anstieg kurzfristiger Verschuldung und warnt vor neuen Risiken. Die Zentralbank wartete mit ihrer Reaktion mehrere Stunden ab und ging dann mit einem Frage-Antwort-Artikel in ihrer offiziellen Zeitung an die Öffentlichkeit und nannte die Risiken minimal.

Es zeigen sich auch Risse in der Einstellung zum wiedererstarkenden Schattenbank-Sektor. Zuletzt sprach sich Chinas Bankregulierer für eine Förderung der Finanzintermediation durch Firmen aus, die vorsichtig und in Übereinstimmung mit den Auflagen agierten. In der gleichen Mitteilung hieß es aber indirekt auch, dass wieder mehr Kreditvergabe in den Bankbilanzen auftauchen müsse. Zugleich habe die strukturelle Entschuldung das erwartete Ziel erreicht. Doch nur einen Tag später forderte ein Zentralbankvertreter eine weitere Intensivierung der strukturellen Entschuldung. Viele sich widersprechende Signale kommen also derzeit aus Beijing.

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