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10.07.2019 10:05

Samsungs Schreckensjahr bleibt schrecklich

SEOUL (Dow Jones)--Der südkoreanische Technologieriese Samsung hat im jüngsten Quartal den dritten Berichtszeitraum in Folge mit fallenden Gewinnen zu kämpfen. Von April bis Juni ging es beim Betriebsgewinn gleich um 56% nach unten. Das Ergebnis sah zudem nur deshalb nicht noch schwächer aus, weil der Konzern einen großen Sondergewinn im Bildschirmgeschäft einstreichen konnte.

Details dieses Sondergewinns nannte Samsung nicht, es ist aber wahrscheinlich, dass es sich um eine Entschädigungszahlung von Apple handelt. Der südkoreanische Elektronikkonzern liefert die Bildschirme für das iPhone XS, das sich nicht so gut wie erwartet verkauft. Das hat möglicherweise eine Zahlung von Apple für das Nicht-Erreichen von Mindestabnahmemengen ausgelöst. Morgan Stanley schätzt die Zahlung auf umgerechnet 750 Mio Euro. Eine solche Summe herausgerechnet hätte Samsung operativ weniger als von Analysten erwartet verdient, hat S&P Global Market Intelligence errechnet.

Die nachlassende Nachfrage wichtiger Speicherchip-Kunden, Smartphone-Hersteller und Rechenzentren, und ein gleichzeitig hohes Chip-Angebot haben den Markt für diese Komponenten stark belastet. Dabei ist Samsung stark vom Halbleiter-Geschäft abhängig, stammten doch im Vorjahreszeitraum drei Viertel des Konzernbetriebsgewinns aus diesem Geschäft.

Trotz der schwachen Gewinnentwicklung haben Samsung-Aktien dieses Jahr 18% gewonnen. Damit läuft es nun umgekehrt wie 2018, als Samsung Quartal für Quartal Rekordgewinne einfuhr und es mit der Aktie trotzdem um knapp ein Viertel abwärts ging. Die Anteilsscheine von Zyklikern laufen den tatsächlich erzielten Geschäftsergebnissen oft Monate voraus.

Samsung-Investoren könnten nun aber zu früh dran sein. Der Smartphone-Verkauf dümpelt weiter vor sich hin. Die Rechenzentren werden wohl nicht schnell wieder ihre Investitionen hochfahren, und die Sorge um den Handelsstreit zwischen China und den USA sowie die Weltkonjunktur bleiben. Produktionskürzungen der Speicherchiphersteller sind nicht groß genug, um den Markt schon dieses Jahr zu stabilisieren. Analysten, die ihre Prognosen für den Betriebsgewinn von Samsung dieses Jahr bereits halbiert haben, müssen also vielleicht noch einmal den Rotstift ansetzen. Für eine Wette auf Samsung-Chips könnte die Zeit noch nicht reif sein.

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