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22.01.2020 10:10

Die Zeichen stehen gut für ein erfolgreiches 2020

Der Handelskonflikt hat kaum Spuren hinterlassen

BEIJING (Dow Jones)--Was für einen Unterschied ein Jahr macht. Anfang 2019 erschien die chinesische Wirtschaft angesichts einer Kreditkrise im Inland und Handelsspannungen im Ausland so wackelig wie seit Ende 2015 nicht mehr. Ein Jahr später profitiert das Land von einem Teilabkommen mit den USA im Handelsdisput: Die Gewinne der Exporteure erholen sich, der Arbeitsmarkt stabilisiert sich.

Wenn 2019 irgendetwas bewiesen hat, dann, dass der Druck der USA alleine Chinas Wirtschaft nicht zum Entgleisen bringen kann. Der Exportsektor erholte sich bereits vor dem offiziellen Waffenstillstand, dank eines Aufwärtstrends in der globalen Elektronikindustrie. Die wirklichen Wachstumshindernisse liegen im Inneren: in einem maroden Finanzsektor und in der staatlichen Führung, die nach wie vor weit weg von marktorientierten Reformen ist.

Aber es gibt ein paar kurzfristige Bedrohungen - vor allem der sich verlangsamende Immobilienmarkt, der verschuldete Bauträger und staatliche Industrieunternehmen ins Stolpern bringen könnte. Insgesamt geht die Wirtschaft aber deutlich gestärkt in das Jahr der Ratte.

Den besten Beweis dafür lieferten die wieder anziehenden Investitionen, nachdem sich die Rentabilität in der Leichtindustrie monatelang verbessert hat. Ermutigend ist, dass sich dies eher auf private, exportorientierte Hersteller als auf Infrastruktur oder Schwerindustrie zu konzentrieren scheint, wie die jüngsten veröffentlichten Daten zeigen.

Die Investitionen in die Computer- und Elektronikfertigung beschleunigten sich zum Jahresende und stiegen im Gesamtjahr um 16,8%. Und die Wertschöpfung im leidgeprüften Automobilgeschäft wuchs mit dem schnellsten Tempo seit Juni 2018. Insgesamt befindet sich die arbeitsintensive Leichtindustrie nach dem schwierigen Jahr 2019 deutlich im Aufwind, was zur Erholung des Arbeitsmarktes beiträgt.

Im Immobiliensektor, einem weiteren wichtigen Teil der Wirtschaft, sieht es indes weniger rosig aus. Die Investitionen, der Verkauf von gewerblichen Flächen und die Produktion wichtiger Bauelemente wie Glas und Zement haben sich verlangsamt.

Inzwischen ist allgemein anerkannt, dass die Zahlen zum BIP-Wachstum - es lag im vierten Quartal bei 6% - nicht sehr aussagekräftig sind. Verlässlichere Zahlen deuten darauf hin, dass sich der private Sektor und das verarbeitende Gewerbe in der besten Verfassung seit Mitte 2008 befinden.

Gegenwind durch schrumpfendes Arbeitskräfteangebot, festgefahrene Reformen und vom Immobilienmarkt machen eine V-förmige Erholung unwahrscheinlich. Aber solange der Immobilienmarkt nicht abstürzt oder die lauernden finanziellen Anfälligkeiten nicht offen zutage treten, sieht Chinas Wirtschaft 2020 einer ruhigeren Fahrt entgegen.

Nathaniel Taplin

www.maerkte-weltweit.de

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