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29.01.2020 11:25

Deutsche Ausfuhren nehmen überproportional zu

Wachstumsprognosen ergeben ein gemischtes Bild

BONN (asi/GTAI)--Die Weltwirtschaft wächst nur noch moderat. Nach einer Abschwächung 2018 setzte sich der Trend der verlangsamten weltwirtschaftlichen Aktivität fort. Der Internationale Währungsfonds hatte seine Prognosen im Laufe des Jahres 2019 mehrmals von 3,5 auf schließlich 2,9% nach unten korrigiert. Dies stellt den niedrigsten Zuwachs seit der Finanzkrise 2008 dar.

Auch die Aussichten für 2020 wurden herabgesetzt. Im aktuellsten Update des "World Economic Outlook Report 2019" prognostiziert der IWF ein leicht verbessertes Wachstum in Höhe von 3,3%. Steigende geopolitische Unruhen, vermehrt protektionistische Tendenzen und Handelskonflikte verstärken die Unsicherheit über die Zukunft des globalen Welthandels.

In Ostasien wird nur China mit einem Wirtschaftswachstum in Höhe von 6% über dem erwarteten Weltdurchschnitt von 3,3% liegen. Die schwache Weltkonjunktur, zunehmender Protektionismus sowie der Handelskonflikt zwischen den USA und China werden jedoch auch 2020 für moderatere Steigerungsraten des Bruttoinlandsproduktes in der Volksrepublik sorgen. Auch die Prognosen der Asian Development Bank sowie der Chinese Academy of Social Sciences gehen von einem verringerten Wachstum von 6% aus.

Auch in Japan verliert die Konjunktur weiter an Fahrt. Für 2020 werden 0,7 statt der ehemals soliden 1% angenommen. Eine kurzfristige Verbesserung ist nicht in Sicht. Inländische Wachstumsfaktoren wie öffentlicher und privater Konsum und öffentliche Investitionen verlieren an Dynamik. Beim Außenhandel soll 2020 jedoch eine leichte Verbesserung eintreten. Zugleich läuft jedoch die Sonderkonjunktur für die Olympischen Spiele aus.

Hongkong kann 2019 wirtschaftlich als großer Verlierer bezeichnet werden. Die politische Krise und die anhaltenden Proteste wirken sich auf die bereits geschwächte Wirtschaft aus. Hatte die Wachstumsrate 2018 noch bei 3% gelegen, ist sie 2019 auf 0,3% geschrumpft. Insbesondere der Einzelhandel und das Gaststättengewerbe wurden schwer getroffen. Eine stichhaltige Prognose für 2020 erweist sich als schwierig. Unter der Prämisse einer teilweisen Beilegung des Handelsstreits zwischen den USA und China und der politischen Unruhen kann von einer sich erholenden Wirtschaft und 1,5% Wachstum ausgegangen werden.

Taiwan hingegen kann dem Abwärtstrend trotzen. Das Wachstum weist nur eine leichte Delle auf. Der Inselstaat erwartet 2020 einen marginalen Rückgang seiner BIP-Zunahme von 2 auf 1,9%. Die Ursache für die Resilienz der Wirtschaft sind Investitionen von taiwanischen Firmen, die aus Festlandchina zurückkehren. An einigen Stellen wird Taiwan deshalb gar als einer der wenigen Gewinner des Handelskonflikts zwischen den USA und China bezeichnet.

Für Südkorea wird mit einer leichten Erholung des Wachstums auf 2,2% gerechnet. Im vergangenen Jahr hatte das Land mit einem starken Rückgang seiner Exporte von Speicherchips zu kämpfen. Eine Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China stellt ein potenzielles Risiko dar, da südkoreanische Firmen viele Vorprodukte nach China liefern, die verarbeitet und von dort in andere Länder exportiert werden. Auch die sich verschlechternden Beziehungen zum Nachbarstaat Japan wirkten sich negativ auf die Konjunktur aus.

Auf Ostasien entfielen 2018 mit Waren im Wert von 145 Mrd Euro knapp 11% aller deutschen Ausfuhren. Dies entsprach einem Zuwachs der Lieferungen in die Region in Höhe von stolzen 5,1% gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl lag dabei deutlich über der Steigerungsrate der weltweiten deutschen Exporte von 3%. Ein Großteil der deutschen Lieferungen in die Region entfiel 2018 mit 64,3% auf China. Aber auch Japan und Südkorea waren mit einem Anteil von 14,1 und 12% stark in dem Gebiet vertreten.

Katharina Viklenko

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